Ostfriesische Volksbank überzeugt mit starker Bilanz
Leer, 13 Januar 2026
Ereignisreich und zugleich erfolgreich: Die Ostfriesische Volksbank blickt zufrieden auf das letzte Geschäftsjahr zurück. Am Dienstag präsentierte der Vorstand der Genossenschaftsbank die vorläufige Bilanz für 2025. „Das Jahresergebnis übertrifft unsere Erwartungen“, fasste der Vorstandsvorsitzende Georg Alder zusammen.
Vitales Kreditgeschäft dank zunehmender Investitionsfreude
Trotz der insgesamt schwachen konjunkturellen Entwicklung ist der Kreditbestand der Ostfriesischen Volksbank um 7,6 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro gestiegen. „2025 war für die Gesamtwirtschaft kein leichtes Jahr. Daher wissen wir diese positive Entwicklung zu schätzen“, betonte Georg Alder. Dieser langjährige kontinuierliche Wachstumspfad sei aufgrund eines vitalen Kreditgeschäfts möglich – ein Beleg für die stabile wirtschaftliche Lage in der Region.
Im Privatkundenbereich hat sich das Kreditvolumen um 8,5 Prozent auf 712 Mio. Euro erhöht. „Die Bauzinsen haben sich 2025 stabilisiert. In Kombination mit Reallohnsteigerungen sind Immobilien erschwinglicher geworden. Unsere Kunden sind dadurch wieder verstärkt in Kauf- und Sanierungslaune“, erklärte Thomas Lüken. Aus diesem Grund wurden Immobilienfinanzierungen stärker nachgefragt. Nicht nur das Gesamtvolumen ist im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, sondern auch die Anzahl der Finanzierungen.
Das gestiegene Interesse an Immobilien spiegelt sich auch bei der OVB-Immobilien GmbH wider. Die Unternehmenstochter hat letztes Jahr 202 Objekte im Gesamtwert von 46,1 Mio. Euro vermittelt – ein neues Rekordergebnis.
Der Kreditbestand im Firmenkundenbereich ist auf 992 Mio. Euro gewachsen (+ 4,1 Prozent). Zum einen hat die Genossenschaftsbank bestehende Geschäftsbeziehungen intensiviert. Zum anderen wurde insbesondere das Geschäftsfeld rund um Erneuerbare Energien weiter ausgebaut. In den letzten Jahren hat ihre Bedeutung stark zugenommen und damit auch der Finanzierungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Ostfriesische Volksbank ein spezialisiertes Team für Finanzierungen in diesem Segment aufgebaut – mit Erfolg. „Wir begleiten inzwischen Projekte verschiedenster Arten“, konkretisierte Thomas Lüken. Neben Vorhaben aus dem Bereich Wind- und
Sonnenenergie ermöglicht die Ostfriesische Volksbank die
Realisierung von Batteriespeicherprojekten und den Aufbau von Wasserstofftankstellen. „Für uns ist dies eine Investition in die Zukunft“, so Thomas Lüken.
Das maritime Portfolio der Genossenschaftsbank ist um 10,9 Prozent auf 884 Mio. Euro angestiegen. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet die Genossenschaftsbank dabei im Segment der Spezialschifffahrt. Hierunter fallen unter anderem Fahrgastschiffe, Schlepper und Offshore-Schiffe. Das Volumen ist von 52 Mio. auf 120 Mio. Euro gewachsen. Die Finanzierungsnachfrage in der Seeschifffahrt ist weiterhin konstant hoch. Dennoch fällt das Kreditwachstum mit 2,9 Prozent auf 464 Mio. Euro etwas geringer aus als in den Vorjahren. „Dies liegt im Wesentlichen am gesunkenen
Wechselkurs des US-Dollars und der zurückhaltenden Kreditpolitik aufgrund der Neuausrichtung der amerikanischen Außen- und Zollpolitik”, erklärte Guido Mülder. Die Marktsituation in der Binnenschifffahrt bleibt herausfordernd. Im Jahresverlauf ist das Kreditvolumen in diesem Segment dennoch erfreulicherweise um 2,2 Prozent auf 301 Mio. Euro gestiegen. „Die Branche investiert zurückhaltend“, resümierte Guido Mülder. Da die Ladungsmengen weiter stagnieren, seien Neubauten derzeit eher unterrepräsentiert.
Der Fokus liege auf Modernisierungen der bestehenden Flotten.
Wettbewerb um Einlagen hält an
Das Einlagenvolumen ist unverändert hoch. Die Kundinnen und
Kunden vertrauten der Ostfriesischen Volksbank zum Jahresende 3 Mrd. Euro an. „Der Wettbewerb hat sich deutlich verschärft. Einlagen sind für alle Kreditinstitute ein wichtiger Ergebnis- Baustein“, ergänzte Thomas Lüken. Neben dem zunehmenden Wettbewerb habe sich auch hier der Wechselkurs des US-Dollars auf das Einlagenvolumen ausgewirkt, ergänzte Guido Mülder: „Vor allem im Schifffahrtsbereich werden viele Einlagen in US-Dollar getätigt. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem konstant gebliebenen Volumen sehr zufrieden.“ Neben den klassischen Einlagen bietet die Genossenschaftsbank ihren Kundinnen und Kunden alternative Geldanlagen wie Fonds- und Wertpapiersparpläne an. „Es ist und bleibt sinnvoll, das eigene Vermögen breit aufzustellen”, hob Thomas Lüken hervor.
Positiv für Mitglieder und Region
Die gute Entwicklung der einzelnen Bereiche spiegelt sich in der Bilanzsumme wider. Mit 4,1 Mrd. Euro liegt sie 1,6 Prozent über dem Vorjahr. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wird gut 80 Mio. Euro betragen – ein im Branchenvergleich überdurch-schnittliches Ergebnis.
Wie der Gewinn verwendet wird, entscheidet die Vertreter-versammlung im zweiten Quartal. Für künftiges Wachstum und zur Erfüllung steigender aufsichtsrechtlicher Anforderungen sollen die Eigenmittel und Rücklagen der Bank weiter gestärkt werden. „Wir werden unserem Aufsichtsrat eine attraktive Dividende vorschlagen“, kündigte Georg Alder an.
Von dem wirtschaftlichen Erfolg profitieren nicht nur die 31.180 Mitglieder (+ 3,8 Prozent), sondern auch die Region. Letztes Jahr hat die Ostfriesische Volksbank Projekte, Veranstaltungen und Vereine mit mehr als 275.000 Euro unterstützt. Ein besonderer Schwerpunkt lag erneut auf Förderungen, die langfristig wirken. So hat die Genossenschaftsbank mehr als 10 Defibrillatoren im Wert von etwa 25.000 Euro an Vereine und gemeinnützige Einrichtungen gespendet. „Wir möchten damit Verantwortung übernehmen und zur medizinischen Versorgung im Notfall beitragen“, hob Georg Alder hervor.
Zusätzlich investiert die Ostfriesische Volksbank in die Qualifizierung ihrer 343 Beschäftigten und in ihre Standorte. „Im Frühjahr werden wir die Sanierung unserer Geschäftsstelle in Ihrhove abschließen“, gab Georg Alder bekannt. Das Gebäude wurde in den letzten Monaten kernsaniert und barrierefrei gestaltet. Zusätzlich wurden die Innenräume modernisiert. „Wir freuen uns darauf, die neuen Räume zu beziehen und unsere Kundinnen und Kunden in einer freundlichen, hellen Atmosphäre zu beraten“, so Georg Alder.
In Leer schreitet die Neugestaltung des ehemaligen Sobing-Geländes voran. Derzeit werden die Gebäude entkernt. Bis Ende März werden der rückwärtige Anbau des Hauses Nr. 28 sowie die Gebäude Nr. 24 und 26 abgerissen. Ab März starten die Vorarbeiten für den Neubau. „Das neue Gebäude wird sich nahtlos in das Altstadtbild einfügen sowie Wohn- und Gewerbeflächen kombinieren“, führte Georg Alder aus. Insgesamt rechnet die Ostfriesische Volksbank mit zwei Jahren Bauzeit.
Kundennähe als Erfolgsfaktor
Auf das neue Geschäftsjahr blicken die Vorstände zuversichtlich. „Für uns als Genossenschaftsbank sind Werte wie Vertrauen, Nähe und Gemeinschaft sehr wichtig. Sie bilden die Grundlage unserer täglichen Arbeit”, beschrieb Georg Alder. Die Möglichkeit, direkt vor Ort eine persönliche, verlässliche und langfristige Beratung anbieten zu können, sei ein entscheidender Vorteil im bestehenden Wettbewerb. „Wir sind uns sicher, dass wir damit einen echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden bieten“, bekräftigte Georg Alder abschließend.
| Mio. EUR | Veränderung in % | |
|---|---|---|
| Kredite (Forderungen + Avale) | 2.588 | + 7,6 |
| Einlagen | 3.055 | - 0,1 |
| Bilanzsumme | 4.115 | + 1,6 |
| 2025 | 2024 | |
| Mitarbeitende | 343 | 333 |
| Vollzeit | 178 | 180 |
| Teilzeit | 132 | 122 |
| Auszubildende | 33 | 31 |
| Mitglieder | 31.180 | 30.038 |